AG 3.1 GEMEINSAMER EUROPÄISCHER REFERENZRAHMEN FÜR SPRACHEN (GER) UND EUROPÄISCHES SPRACHENPORTFOLIO (ESP)
 
Bericht der Arbeitsgruppe
 
Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen ist weit über Europa hinaus bekannt und äusserst wirksam, allerdings ist die Rezeption oft eklektisch und einseitig auf die Skalen fixiert.

Weniger bekannt und genutzt sind Entwicklungen, die in Verbindung mit dem GER geschaffen wurden: Umsetzungsinstrumente wie das Europäische Sprachenportfolio, Ergänzungen und Weiterentwicklungen z. B. zur Sprachenpolitik, zur Curriculumentwicklung, zu den linguistischen Merkmalen von Kompetenzen auf unterschiedlichen Niveaus, zu spezifischen Kompetenzbeschreibungen für verschiedene Zielgruppen, zur Testbeschreibung und zur Zuordnung von Testskalen zu den Referenzniveaus, zur Lehrerbildung sowie Kompetenzbereichen, die im GER noch wenig ausgearbeitet waren, wie Sprachmediation, Strategien zur Nutzung des mehrsprachigen Repertoires oder interkulturelle Kompetenzen. Die neu entwickelten Deskriptoren zu diesen Bereichen bieten interessante Ansatzpunkte.

Die AG fragt nach Gründen für die unterschiedliche Rezeption und beschäftigt sich dabei auch mit Kritik am Grundansatz und an einzelnen Teilen des GER.

Ein Schwerpunkt der Arbeit der AG ist die Beschäftigung mit Faktoren, welche für die Implementierung zentraler Bestandteile und Anliegen des GER sowie für die Einführung und nachhaltige Nutzung des ESP förderlich sind bzw. eine verbreitete und vertiefte Nutzung verhindern. In diesem Zusammenhang werden u.a. Beispiele erfolgreicher, transferierbarer Projekte und Umsetzungen zusammengestellt (im Zusammenhang mit Mobilität, Aus- und Weiterbildungen,  spezifischen Zielgruppen wie Migrantinnen/Migranten u.a.).

Ausgehend davon soll u.a. auch abgewogen werden, inwiefern ein ESP als selbstständiges Instrument (Ordner, Mappe, e-Portfolio) erfolgreich genutzt werden kann und inwiefern die Integration von Portfolio-Arbeit in anderweitig existierende Materialien und Konzepte sinnvoll erscheint.

Die Schlussfolgerungen aus der Arbeit der Arbeitsgruppe werden in Form von Postulaten formuliert, die aus der Perspektive der Wissenschaft, der Didaktik und der Sprachenpolitik Hinweise zu einer verbesserten Nutzung des GER und der Instrumente aus seinem Umfeld geben. Es werden auch Bereiche bezeichnet, in denen ein besonderer Forschungsbedarf besteht.
 
Günther Schneider / ehemals Universität Freiburg (CH), This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
 
Mitarbeit:
Manuela Glaboniat /  Alpen-Adria Universität Klagenfurt (AT)
Alexander Imig / Chukyo-Universität Nagoya (JP)
Brian North / Eurocentres
Enrica Piccardo / University of Toronto (CA)
Maria Gabriela Schmidt / Tsukuba Universität (JP)
Masako Sugitani /Kansai Universität Osaka (JP)
Weitere Expert/innen werden angefragt.
 
Letzte Aktualisierung: 13.4.2017