ZIELGRUPPENSPEZIFISCHE ARBEITSGRUPPEN
 
Neu an der IDT 2017 ist die Gestaltung des Montags. Er ist geprägt durch die elf zielgruppenspezifischen Arbeitsgruppen. Die Erarbeitung der Inhalte erfolgt bereits vor der Tagung durch Expertengruppen, die von einem Team von maximal 3 Fachleuten geleitet werden. Diese haben die Aufgabe, im Vorfeld der Tagung die thematische Erarbeitung der Grundlagen anzuregen, zu strukturieren und zu koordinieren, sowie ein Konzept zu erarbeiten, wie die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe auf der Tagung gewinnbringend präsentiert und diskutiert werden.
 
Die Arbeit in den Arbeitsgruppen ist produktorientiert. Dieses Produkt steht anschliessend einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Wenn Sie über ausgewiesene Expertise in einem der Arbeitsgruppenthemen verfügen und an einer Mitarbeit im Vorfeld der Tagung interessiert sind, so wenden Sie sich bitte an die Leitungsperson.
 
Die Arbeitsgruppen sind verknüpft mit den Montagspodien und dienen zugleich der Vorbereitung der sprachpolitischen Resolution.
 
Themen

1. Sprach- und bildungspolitische Dimension - Innenperspektive: Deutsch lehren und lernen im Kontext Migration und Integration

Explorierende Fragen:

Sprachlich-kommunikative, interkulturelle und kulturelle Kompetenzen sind wesentliche Grundlagen für die Integration der Migrantinnen und Migranten sowohl im Bildungsbereich als auch im gesellschaftlichen und sozialen Bereich. Welche Modelle existieren in den deutschsprachigen Ländern, welche sprachpolitischen Konzepte und Ziele liegen ihnen zugrunde? Sind diese Ziele im Einklang mit den Zielen des Europarats (http://www.coe.int/de/web/lang-migrants) auf diesem Gebiet? Werden diese Ziele erreicht? Entsprechen die Ausbildungskonzepte den spezifischen Bedürfnissen der Lernenden? Werden die Sprachprofile und Vorkenntnisse der Migranten einbezogen und Mehrsprachigkeitskonzepte und gegenseitiges Verständnis gefördert. Werden  kulturelle und interkulturelle Aspekte berücksichtigt? Sind die Ausbildungskonzepte flexibel genug, um der Verschiedenheit der Migranten im Spannungsfeld von Forderung und Förderung Rechnung zu tragen? Werden Qualitätsstandards bei der Evaluation respektiert? Wo besteht Handlungsbedarf, um eine erfolgreiche und gerechte Integration zu unterstützen?

AG 1.1 Deutsch als Zweitsprache in der Erstintegration im schulischen Bereich im deutschsprachigen Raum
(Leitung: Ulrich Dronske, ZfA / Gabrielle Kniffka, FaDaF / Nadia Montefiori, PH Bern)
AG 1.2 Deutsch als Zweitsprache im Kontext sozialer Integration in den deutschsprachigen Ländern: Berufliche Aus-und Weiterbildung im Fokus
(Leitung: Mi-Cha Flubacher, Universität Wien / Rudolf de Cillia, Universität Wien)

2. Sprach- und bildungspolitische Dimension – Aussenperspektive: Deutsch lehren und lernen im internationalen Kontext und Bildungskooperation weltweit

Explorierende Fragen:

Zur weltweiten Förderung der deutschen Sprache in ihrer Vielfalt und in ihren kulturellen Ausprägungen bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von lokalen und international tätigen Bildungsinstitutionen im Rahmen von bilateralen und multilateralen Projekten. Welche konkreten Projekte, Initiativen, Partnerschaften gibt es? Welche Erfahrungen aus bestehenden Kooperationen liegen vor und was lässt sich daraus lernen? Was ist darin der Stellenwert von DACHL und Plurizentrik? Welche Auswirkungen hat die zunehmende Bedeutung anderer Sprachen, insbesondere von Englisch als lingua franca auf die Förderung des Deutschen? Was ist in diesem Kontext die Rolle der Mittlerorganisationen? Was sind ihre rechtlichen Grundlagen, Zwecke und Aufgaben? Was sind die Grundsätze der Sprach- und Kulturpolitik der deutschsprachigen Länder (DACH)? Wie positionieren sie sich in der Sprachförderung weltweit? Was sind aktuelle Tendenzen und Strategien für die Zukunft? Wie sind sie vernetzt, welche Synergien werden genutzt? Welche Rolle spielt der IDV als Dachverband regionaler bzw. nationaler Deutschlehrerverbände? In welchen Bereichen des Bildungssystems und zu welchen Themen sollten Austausche verstärkt, Kooperationen intensiviert, neue Projekte oder sprachpolitische Vorstösse initiiert werden und wie wäre dabei vorzugehen?

AG 2.1 Initiativen zur Förderung von Deutsch im internationalen Kontext
(Leitung: Christoph Veldhues, Goethe Institut)
AG 2.2 Die Mittlerorganisationen und die auswärtige Sprach- und Kulturpolitik der deutschsprachigen Länder in Geschichte und ihre Gegenwart und ihre Strategien für die Zukunft
(Leitung: Joachim Hoefele, Ledafids)
AG 2.3 Sprachpolitisches Handeln von Verbänden
(Leitung: Marianne Hepp, IDV / Dorota Jarzabek, IDV / Rene Koglbauer, Newcastle University)
AG 2.4 Deutsch als Sprache des deutschsprachigen (Diskurs- und Kultur-)Raums. Vermittlung der sprachlichen und kulturellen Pluralität des DACHL-Raums in DaF
(Leitung: Martin Baumgartner, ZEM CES / Naomi Shafer, Universität Freiburg)
AG 2.5 Deutsch im Kontext der Internationalisierung im akademischen Bereich
(Leitung: Marina Foschi, Universität Pisa, DAAD-Beirat Germanistik / Renate Faistauer, Universität Wien)

3. Konzeptuelle und bildungspolitische Grundlagen, Lehrpläne und Lernziele

Explorierende Fragen:

Lernziele, Lehrpläne und Lernkonzepte unterliegen in jüngster Zeit grösseren Veränderungen. Diese sind unter anderem mitbedingt einerseits durch Mehrsprachigkeitskonzepte und die Orientierung an Lernergebnissen aber auch durch soziale, wirtschaftliche, kulturelle und mediale Umbrüche. Welche Auswirkung hat das auf das Deutschlernen weltweit? Was haben der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen des Europarats und das Europäische Sprachenportfolio in diesem Zusammenhang bisher geleistet, was wurde umgesetzt, wie wurde es umgesetzt, was ist problematisch, wo besteht Handlungsbedarf, was fehlt, welche Weiterentwicklungen sind nötig?
Welche Beispiele für und Erfahrungen mit neueren Curricula liegen vor? Wie verändern sich die Lernziele? Werden Mehrsprachigkeitskonzepte (nicht-monolinguale, integrierte didaktische Ansätze), die Entwicklung von kulturellen und interkulturellen Kompetenzen und das lebenslange Lernen explizit integriert? Werden diese in Zusammenarbeit über Sprachgrenzen hinweg entwickelt? Wie wird Transparenz und transnationale Vergleichbarkeit der Lernergebnisse gesichert? Wo besteht Handlungsbedarf, in welchen Bereichen müssen die Anstrengungen verstärkt werden und wie wäre dabei vorzugehen?

AG 3.1 Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GeR) des Europarats und Europäisches Sprachenportfolio (ESP)
(Leitung: Brigitte Forster Vosicki, Universität Lausanne / Peter Lenz, Universität Freiburg / Günther Schneider, Universität Freiburg)
AG 3.2 Lehrpläne/Lernziele
(Leitung: Daniel Elmiger, Universität Genf)

4. Lehrerprofile, Lehreraus- und -weiterbildung

Explorierende Fragen:

Qualitativ gut ausgebildete Lehrpersonen sind das Rückgrat des Deutschlernens im Rahmen der Mehrsprachigkeit. Welche Aus- und Weiterbildungskonzepte und -programme gibt es und welche erweisen sich bezüglich der verschiedenen Konstellationen als erfolgreich (z. B. Ausbildung für verschiedene Unterrichtsstufen und Sprachniveaus,) in verschiedenen Ländern und globalen Regionen? Wie verändern neue Lernziele und Lernformen und eine sich schnell verändernde Welt (Mehrsprachigkeitsdidaktik und Interkulturalität, Kompetenzorientierung, lebenslanges Lernen, neue mediale Möglichkeiten, neue Erkenntnisse der Forschung, neue bildungspolitische Ziele, etc.) die berufsspezifischen Kompetenzprofile und die Rolle von Lehrpersonen? Welche Rolle kommt dabei der Erstausbildung zu? Welche Ausbildungselemente oder -module sind in diesem Kontext zentral (z.B. Gewichtung von fachlichem und fachdidaktischem Wissen, von Wissenschaftlichkeit und Praxisbezug)? Wie kann durch berufsbegleitende Weiterbildung die kontinuierliche Entwicklung neuer Kompetenzen sichergestellt werden? Wessen Aufgabe ist das? Wie lässt sich Erfolg (von Konzepten) und Zentralität (von Modulen) überhaupt feststellen? Wie können Lehrkompetenzen für Deutsch (im Kontext der Mehrsprachigkeit) aussagekräftig festgestellt und ggf. zertifiziert werden? Welche Rolle können dabei Verbände, Netzwerke und Zusammenarbeit verschiedenster Art spielen?  Welche Aspekte müssen verstärkt beachtet werden?

AG 4 Lehrerprofile, Lehreraus- und -weiterbildung
(Leitung: Imke Mohr, Goethe Institut / Karin Ende, Goethe Institut)

5. Rolle der Forschung und Zusammenarbeit, Netzwerke und Forschungskooperation

Explorierende Fragen:

Welche Rolle kommt sowohl bei der Qualitätssicherung wie auch der Weiterentwicklung des Fachs der Sprachen-, Lehrwerks-, kulturwissenschaftlichen und Aktionsforschung, der Didaktik, etc. zu? Welche Kooperationsformen sind in diesem Zusammenhang zwischen Forschern und Lehrpersonen (für Deutsch aber auch verschiedener Sprachen und Fachbereiche) nötig? Wie kann diese Zusammenarbeit gefördert werden? Welche Bereiche sind prioritär zu erforschen: aus der Sicht der Praxis? aus der Sicht der Wissenschaft/Theoriebildung? Wie können diese beiden Pole konstruktiv integriert werden? Welche Methodologien und Forschungsmethoden sind in diesem Zusammenhang besonders geeignet? In welchem Zusammenhang stehen dabei DaF/DaZ/DaM? Welche Art von Netzwerken und Kooperation sind notwendig? Wo besteht Handlungsbedarf und wie wäre dabei vorzugehen?

AG 5 Rolle des Forschung und Zusammenarbeit, Netzwerke und Forschungskooperation
(Leitung: Andrea Ender, Universität Salzburg / Nicole Marx, Universität Bremen)

Zeitpunkt
  • Montag 13:30-16:45 Arbeitsgruppen
  • Montag 17:15-18:15 Präsentation der Resultate der Arbeitsgruppen
Änderungen vorbehalten
 
Verantwortliche für den sprach- und fachpolitischen Montag (Arbeitsgruppen und Resolution):
Brigitte Forster Vosicki, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Letzte Aktualisierung: 30.03.2016